selten haben wir uns auf einen Moment so lange und mit so viel Vorfreude vorbereitet wie auf diese beiden Tage im November: Am 17. und 18.11. fanden in Stuttgart die Landesfachtage Kulturelle Teilhabe 2025: Jugendbeteiligung statt. Ein echtes Highlight in unserem Jahr, und insgesamt in der Tätigkeit des ZfKT.
Vier Jahre gibt es unser Zentrum nun, und auf Erfolgen wie den Landesfachtagen wollen wir uns nicht ausruhen. Für 2026 haben wir uns eine ganze Menge vorgenommen. Den Anfang machen dabei zwei neue Online-Gesprächsreihen, dazu gibt es 2026 zahlreiche weitere Veranstaltungen und Termine. Natürlich laufen unsere bisherigen Programme und Vorhaben sich schon wieder warm, »Weiterkommen!« etwa wird in eine neue Runde gehen, auch ein neues HOW TO ist in Planung. Und dann wird – ohne hier schon zu viel verraten zu wollen! – im Januar ein ganz neues Programm an den Start gehen
Auch sonst war viel los im letzten Vierteljahr, und auch sonst gibt es viel, worauf man sich für das kommende Jahr freuen kann – nicht nur bei uns, sondern im Kulturbetrieb insgesamt. Hinweise auf Ausschreibungen, Veröffentlichungen und sonstige Neuigkeiten erhalten Sie wie immer im unteren Teil dieses Newsletters.
Zunächst aber heißt es ganz allmählich Abschied nehmen vom Jahr 2025. Mit herzlichem Gruß und den besten Wünschen für 2026,
Mit herzlichem Gruß,
Ihr Team des Zentrums für Kulturelle Teilhabe
Dr. Ebru Tepecik stellt das bundesweit erste Diversity Audit für Kultureinrichtungen vor und geht dabei auf den partizipativen Entwicklungsprozess, die zentralen Elemente und die Zielsetzungen des Verfahrens ein. Dabei geht es um die Besonderheiten und den Handlungsansatz des Auditierungsverfahrens im Vergleich zu bestehenden Förderprogrammen für mehr Vielfalt und Teilhabe in Kunst und Kultur.
2. Birte Werner (2025): Die Zeiten sind keine schlechten: Netzwerken für Vielstimmigkeit in der Kultur. Standbein Spielbein. Nr. 124: 12-17.
In der eben erschienenen Ausgabe „Netzwerken“ der museumspädagogischen Fachzeitschrift Standbein Spielbein stellt Birte Werner Strategien und Konzepte des Zentrums für Kulturelle Teilhabe Baden-Württemberg vor. Netzwerke zu fördern und zu unterstützen ist eine zentrale Aufgabe des ZfKT, das Birte Werner seit 2021 leitet.
Den Beitrag gibt es nicht online – ein guter Grund, mal in die papierne Zeitschrift zu schauen!
Wir sind dabei: Wir sind dem Bündnis „Gemeinsam gegen Sexismus“ beigetreten.
Sexismus ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Er würdigt Menschen aufgrund ihres Geschlechts herab. Er begegnet uns täglich, in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Dem tritt das Bündnis „Gemeinsam gegen Sexismus“ entschieden entgegen. Dafür wird es vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert und von der EAF Berlin gemeinsam mit diesem durchgeführt. Das gemeinsame Ziel: Sexismus und sexuelle Belästigung zu erkennen, hinzusehen und wirksame Maßnahmen dagegen zu verankern.
Die geschlechtsbasierte Diskriminierung widerspricht dem Grundgedanken von Kultureller Teilhabe. Wir positionieren uns deshalb klar gegen Sexismus in Kunst und Kultur – in Baden-Württemberg und überall.
Mehr Informationen zum Bündnis gibt es hier.
Diese zwei Menschen haben uns ein Stück des Wegs begleitet – jetzt heißt es Abschied nehmen von Selin Mirzaoglu und Dulamsuren Jigjid.
Selin Mirzaoglu war seit dem Frühjahr 2025 als studentische Hilfskraft Teil des Teams und hat viele Aufgaben in der Öffentlichkeitsarbeit übernommen. Die wunderbare Social Media-Kampagne in Vorbereitung auf die Landesfachtage Kulturelle Teilhabe 2025: Jugendbeteiligung ging zum guten Teil auf ihr Konto. Zum Ende des Jahres verlässt sie das Zentrum. Vielen Dank für Deine tolle Unterstützung, liebe Selin, und alles Gute für Dein Studium und auf Deinem weiteren Weg!
Dulamsuren Jigjid ist als Geschäftsführerin des Culture Centre of the Deaf in der Mongolei international vernetzte Expertin für Inklusion. Sie hat im Herbst im Rahmen des Cross Culture Programme (CCP) des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) bei uns hospitiert. Da Künstler*innen mit Behinderungen in der Mongolei nach wie vor einen schweren Stand haben, hoffen wir, dass unsere Begegnung und der daraus resultierende Austausch auch in Zukunft nicht abreißt. Alles Gute, liebe Duya, und auf Wiedersehen!
Kaum zu glauben: Im Februar 2026 werden bereits zum sechsten Mal zahlreiche Teams aus Kultureinrichtungen und Vereinen in Baden-Württemberg an die Arbeit gehen, um in ihren Häusern und Netzwerken, mit ihrem Publikum und Programm ein »Weiterkommen!« umzusetzen.
Am 27.10. hat unsere Fachjury getagt und insgesamt 23 Vorhaben ausgewählt, die 14 Monate lang von Fördermitteln in einer Gesamthöhe von rund 500.000 Euro profitieren werden, um Kulturelle Teilhabe voranzubringen. Alle Informationen zur neuen Runde finden Sie hier.
Auch 2027 wird »Weiterkommen!« wieder ausgeschrieben. Alle Informationen erhalten Sie rechtzeitig in unserem Newsletter.
Noch ein Tipp:
Wie so ein »Weiterkommen!« aussehen kann? Da gibt es zahllose Möglichkeiten! Viele der Vorhaben aus früheren Runden haben wir filmisch dokumentieren lassen, oder präsentieren sie in Interviews und Reportagen. Alle Rückblicke finden Sie auf der Seite „»Weiterkommen!«-Inspiration“ hier. Wir wünschen viel Freude beim Stöbern, Nachlesen und Schauen!
Mit dem Kooperationsprogramm „Kurswechsel Kultur – Netzwerk. Richtung. Inklusion.“ unterstützen wir gemeinsam mit der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) die Weiterentwicklung von Inklusion und Barrierefreiheit für mehr Teilhabe in Kultureinrichtungen.
2022 wurde die erste Runde des Programms aufgelegt und lief bis Sommer 2025. Bereits zuvor wurde uns und unseren Partner*innen bei der LKJ jedoch klar: Kurswechsel muss weitergehen. Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir das Programm neu auflegen konnten.
Alle Informationen zu Kurswechsel Kultur – Netzwerk. Richtung. Inklusion. erhalten Sie auf der Webseite der LKJ hier.
Seit Oktober werden nun neun Kultureinrichtungen aus Baden-Württemberg im eigenen Haus sowie in enger Vernetzung und voneinander lernend inklusiver werden. Der Förderzeitraum läuft bis August 2028; die Gesamtfördersumme beträgt rund 283.000 Euro.
Teilnehmende Einrichtungen von 2025-2028:
Das war großartig!
Am Montag, 17. und Dienstag, 18. November konnten wir endlich erleben, wie die vielen Rädchen, an denen wir ein Jahr lang geschraubt haben, ineinander greifen.
Mehr als 270 Teilnehmende durften wir in Stuttgart und online zugeschaltet begrüßen, mehr als 60 Referent*innen und Gesprächspartner*innen brachten uns in 11 Präsentationen, 7 Workshops, 9 Lightning Talks, auf dem Markt der Möglichkeiten, in zwei Impulsbeiträgen und in unserem Podiumsgespräch ihre Ansätze und Erfahrungen näher.
„Deutlich wurde: Jede*r im Raum wünscht sich ernst gemeinte Fragen. Egal wie alt. Gefragt werden heißt auch, gebraucht werden. Gefragt werden heißt auch, nicht übersehen werden, nicht egal sein. Gefragt werden heißt aber nicht, dass man fertige Antworten wissen muss,“ unterstrich Meike Fechner (Leiterin des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland – KJTZ).
Effekte von ernst gemeinter Jugendbeteiligung sind vielfältig. Sie verändern, wenn sie strukturell verankert und langfristig angelegt sind, die Arbeitsweise der Institution und ihr Publikum. Sie dienen als Motoren für Teilhabe, Kulturförderung und Kulturpolitik gleichermaßen, da sie Sichtbarkeit, Aufmerksamkeit und Innovation ermöglichen und zum Erhalt der Institutionen beitragen, indem sie relevant und veränderbar bleiben.“
Vieles ist gelungen bei dieser großen Premiere der Landesfachtage Kulturelle Teilhabe in Baden-Württemberg. Die Tagung war Plattform und Gesprächsraum, hat öffentliche Aufmerksamkeit für die Themen Teilhabe und Jugendbeteiligung geschaffen.
Best Practice Beispiele und Einblicke in die nicht immer einfache Realität von Beteiligungsprozessen wurden ergänzt durch Beratungsangebote, Literatur, Austauschmöglichkeiten und viel viel mehr. An Ideen mangelt es nicht (mehr)!
Die Teilnehmenden sind inspiriert, gestärkt, vernetzt und mit solidarischem Schwung in ihren Alltag zurückgekehrt. Sie treten mit Selbstbewusstsein an die Leitungen ihrer Institutionen, an Förderer, Kämmerer und Partner heran und stellen auch hier offene Fragen, denn alle möchten ehrlich und offen gefragt werden. Und eine Frage an die Stadtkämmerer und Leitungen könnte sein: „Was brauchen Sie, um zu diesem Projekt oder dieser Veränderung JA zu sagen?“
Mitschnitte von Beiträgen, Rückblicke und Dokumentationen zu den Landesfachtagen Kulturelle Teilhabe 2025: Jugendbeteiligung – darunter einen vollständigen Bericht von Meike Fechner sowie die Perspektiven von neun jungen Menschen auf die Workshops und Lightning Talks – veröffentlichen wir in den kommenden Tagen hier.
Save the Date: 23.-24.06.2026, Hospitalhof Stuttgart
Save the Date: „Gemeinsam Digital“, die Fachtagung für kleinere Museen und ihr Publikum im digitalen Wandel, findet 2026 erneut statt.
Mit welchen digitalen Angeboten erreichen kleine und mittelgroße Museen ihr Publikum? Wie setzen sie ihre knappen Ressourcen am besten ein? Und welche Maßnahmen sind überhaupt sinnvoll?
Am 23. und 24. Juni 2026 lädt die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg wieder in den Hospitalhof Stuttgart ein. Dort bietet die Tagung praxisnahe Impulse und Workshops. Tragen Sie sich schon jetzt in das Save the Date-Formular ein, damit Sie benachrichtigt werden können, sobald die Anmeldung startet.
Die Veranstaltung richtet sich an engagierte Haupt- und Ehrenamtliche aus Museen aller Sparten, die sich für die digitale Zukunft ihrer Einrichtungen interessieren und einen regen Austausch suchen. Außerdem an Mitarbeitende anderer Kultureinrichtungen, ihre Partner*innen, Träger und Fördergeber*innen.
Auch im kommenden Jahr unterstützt das ZfKT die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg gemeinsam mit anderen Partner*innen bei der Ausrichtung der Neuauflage von „Gemeinsam Digital“. Weitere Informationen zum Programm folgen Anfang 2026 und sind dann hier zu finden.
44 Minuten, 4 Fragen, 4mal jährlich: Interessante Gäste, spannende Fragen rund um Teilhabe und Vielfalt in Kunst und Kultur im Interviewformat.
Gerade in herausfordernden Zeit ist es umso wichtiger, über Diversität und Teilhabe zu sprechen und unterrepräsentierten Stimmen Raum zu geben. Deshalb sprechen wir eine Einladung an alle aus, die für mehr Vielstimmigkeit und Sichtbarkeit in Kunst und Kultur stehen.
Unsere neue Gesprächsreihe möchte Raum geben für diverse Perspektiven. Es geht um zuhören, gehört werden und sich einlassen auf diverse Blickwinkel und Erfahrungsräume.
Das Ziel ist, engagierte Menschen aus diversen Communities Gehör zu verleihen und diese sichtbar zu machen. Genauso ist der Raum da für Akteur*innen, die bereits Gehör finden und/oder good-practice Erfahrungen haben, Ihre Perspektiven einzubringen. Die Gesprächsreihe wird moderiert von Ebru Tepecik.
Wir laden herzlich ein zum ersten Termin:
29.01.2026, 14.00 - 14.44 Uhr | Lisa Tuyala: „Global Music: Klangvolle Sichtbarkeit oder stille Ausblendung?“
Die Veranstaltung findet online (per Zoom) statt. Um frühzeitige Anmeldung wird gebeten. Die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt.
Alle weiteren Informationen und die Anmeldung finden Sie hier.
In dieser Online-Gesprächsreihe fragen wir: Was heißt es, Kulturelle Teilhabe zu fördern? Was bedeutet dies für die Fördermittelgeber*innen? Wie sieht eine kritische Förderpraxis aus? Wie können wir diversitätssensible Kulturförderung voranbringen? Welche Prinzipien brauchen wir in der Kulturförderung, um Zukunft zu gestalten? Und wie kann Kultur auch morgen zeitgemäß gefördert werden?
Zu diesen und weiteren Fragen wünschen wir uns fachlichen Austausch und kritisches Reflektieren über zeitgemäße Kulturförderung. Dazu gehört auch, darüber zu sprechen, ob und welche Haltung Kulturförderung einnehmen sollte: Welche Utopien können wir mit Kulturförderung hervorbringen? Welches Update hilft uns dabei, welches bringt uns als Fördermittelgeber*innen weiter?
Weitere Informationen über die kommenden Termine 2026 veröffentlichen wir auf unserer Webseite
Alle Newsletter können Sie in unserem Archiv als PDF finden. Einfach runterladen und in aller Ruhe durchschauen.