Schauspiel Stuttgart

Das Schauspiel Stuttgart bringt der Stadtgesellschaft und besonders jungen Menschen im Stadtraum und den sozialen Medien Geschichte näher. Zentral dabei: die gesellschaftliche Gesamtverantwortung für unmenschliche Verbrechen, die eben nicht Einzelne begangen haben.
„Die Ermittlung von Peter Weiss. Neue Räume des Erinnerns“

Wer?

Staatstheater Stuttgart: Schauspiel Stuttgart

Wo?

Stuttgart

Wie groß?

über 50

Thema?

Erinnern und Erneuern
Förderung

- Land Baden-Württemberg

Was noch?   https://www.instagram.com/schauspielstuttgart/

Darum geht es hier:

Die Auschwitz-Prozesse erlebbar machen

Das Projekt macht die Stimmen der Auschwitz-Prozesse ab 1963 erlebbar, die für die Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte prägend waren.

Diese will das Schauspiel Stuttgart neuen jungen Zielgruppen nahebringen.

So wird ihr historisches Bewusstsein, Empathie und kritische Auseinandersetzung mit NS-Verfolgung, Verantwortung und struktureller Gewalt gefördert.

Verschiedene Perspektiven werden dabei thematisiert, von den Funktionsweisen des NS-Vernichtungsapparats, der Beteiligung „alltäglicher“ Täter*innen bis zu Erfahrungen der verfolgten Menschen: Entmenschlichung, Überleben, Widerstand. Hinzu kommt die Thematisierung von Verschweigen und aktivem Vergessen nach 1945. Zentral ist die Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Mitverantwortung und ihrer strukturellen Verankerung.

Ziel des Projekts ist, Empathie zu fördern, vereinfachende Täter-Opfer-Bilder aufzubrechen und demokratische Wachsamkeit zu stärken. Das geschieht in Aufführungen von Peter Weiss‘ Stück „Die Ermittlung“ über den ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963-1965) abseits der Theaterbühne, mitten im städtischen Raum in Stuttgart: so etwa am Landtag sowie am Landgericht.

Um gerade die Zielgruppe zwischen 14 und 29 zu erreichen, ist eine Reihe von theaterpädagogisch aufbereiteten Workshops in Vorbereitung. Das Weiss-Stück wird außerdem in ca. 140 Segmente, Aussagen und Dialoge und damit in Posts für diverse Social-Media-Formate aufgeteilt, begleitet von Hintergrundinformationen zum Stück und zu den Auschwitz-Prozessen.

So zeigt das Schauspiel Stuttgart, wie Erinnerungskultur medial neu gedacht werden kann.

Auch in der Spielzeit 26/27 möchte das Staatstheater diesen Ansatz weiterverfolgen und inszeniert theatralisch in „Zwischen zwei Menschen entsteht manchmal, wie selten, eine Welt“ eine Erkundung zu Hannah Arendt und „Totenauberg“ von Elfride Jelinek. Das Stück nähert sich Hannah Arendt als Denkerin basierend auf ihren Briefen und Texten sowie Jelineks Stück.

Weitere Informationen dazu gibt es auf dieser Webseite.

Das lässt sich aus dem Projekt lernen:

  • Um junge Menschen (14-29) mit Geschichte in Kontakt zu bringen, muss man sie dort aufsuchen, wo sie sich bewegen: im Stadtraum, in den sozialen Medien.
     
  • Konsequente Auswertung der Interaktion in den sozialen Medien sowie die Moderation der Kommentarspalten gibt ein klares Bild, wie Kultur wirklich wirkt.

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