Performance Theater Heidelberg e.V.

Ein selbstorganisierter Theaterverein aus Heidelberg schafft einen offenen Raum für Theater, Tanz und Performance. Künstlerische Praxis entsteht hierbei kollektiv und niedrigschwellig: von Improvisation bis Produktion, von Bühne bis Stadtraum.

Darum geht es hier:

Was passiert, wenn man ein Theater gründet, in dem jede Person mitmachen kann, unabhängig davon, ob sie schon einmal auf einer Bühne stand? Beim Performance Theater Heidelberg e.V. (pth) ist das seit 2020 gelebte Realität.

Der Verein bietet einen geschützten Rahmen, in dem Studierende, junge Künstler*innen und Menschen ohne jede Bühnenerfahrung gemeinsam Stücke entwickeln, proben und aufführen. Sie arbeiten kollektiv, hierarchiearm und mit echtem Mitspracherecht für alle Beteiligten.

Die Themen, die das pth auf die Bühne bringt, kommen aus der Gesellschaft: queere Lebensrealitäten, politische Fragen, Identität und Gemeinschaft.

Das Stück „Labeled – Ein Sittenstück“ wurde 2025 mit dem Landesamateurtheaterpreis im Bereich Soziokultur ausgezeichnet. Wöchentliche Impro-Gruppen, öffentliche Interventionen und ein Pop-Up-Spielzeitformat zeigen, wie vielfältig die Ausdrucksformen des Vereins sind.

Seit April 2026 hat diese Arbeit ein festes Zuhause: In der Bergheimer Straße in Heidelberg entstand auf rund 700 m² ein soziokulturelles Zentrum mit Probenraum, einer Bühne mit etwa 60 Publikumsplätzen, Ateliers für Künstler*innen, einem gemeinsamen Kostümfundus und einem zukünftigen Café als Begegnungsort. Mietpreise werden bewusst niedrig gehalten, damit finanzielle Hürden niemanden ausschließen. Barrierefreiheit und technische Ausstattung, von der Schallschutzkabine für Audiodeskriptionen bis zum Tanzboden, sind dabei keine Extras, sondern Grundbedingung.

Das pth denkt den Kulturraum neu: offen, solidarisch und als gelebte Demokratie mitten im Stadtteil.

Kinder-Kiosk: Die Kinderspielecke mit kleinem Kiosk und Kletterwand sorgt für Begegnungen von Kindern aus dem Kiez außerhalb der klassischen Institutionen. Damit Welten schon in jungen Jahren verbunden werden.

Das lässt sich aus dem Projekt lernen:

  • Wenn künstlerische Arbeit bewusst für alle zugänglich gestaltet wird, unabhängig von Vorerfahrung, entstehen vielfältigere Perspektiven, stärkere Gemeinschaften und überraschend professionelle Ergebnisse.
     
  • Der Aufbau eigener kultureller Infrastruktur zeigt, dass ehrenamtlich getragene Initiativen langfristig tragfähige Räume für die freie Szene schaffen können.
     
  • Günstige, barrierefreie und langfristig nutzbare Räume für Kunst sind keine Selbstverständlichkeit. Wer sie schafft, ermöglicht Kulturelle Teilhabe und stärkt den sozialen Zusammenhalt, besonders dort, wo der Markt versagt.

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