Künstlerhaus Stuttgart

„STUTTGART,“ erforscht und vermittelt die Geschichte des ehemaligen Displaced-Persons-Centers in Stuttgart West.
„STUTTGART, “

Wer?

Künstlerhaus Stuttgart

Wer noch?

Ann-Kathrin Müller und Judith Engel

Wo?

Stuttgart

Wie groß?

bis 10

Thema?

Erinnern und Erneuern
Förderung

- Landesprogramm „KreativLand BW gestalten“

Was noch?   https://www.instagram.com/kuenstlerhausstuttgart/

Darum geht es hier:

Erinnerungskultur im Stadtraum

Die Reihe „STUTTGART, “ nimmt den heute weitgehend unsichtbaren historischen Ort an der oberen Reinsburgstraße in Stuttgart-West zum Ausgangspunkt, um Erinnerungskultur im Stadtraum neu zu denken:

Zwischen 1945 und 1949 lebten im Displaced-Persons-Center Stuttgart-West zeitweise über tausend polnisch-jüdische Überlebende der Schoah, die überwiegend aus dem polnischen Radom stammten und aufgrund des anhaltenden Antisemitismus nicht dorthin zurückkehren konnten.

Trotz prekärer Bedingungen entstand hier ein selbstorganisiertes, vielfältiges soziales und kulturelles Leben: Eine kaum erzählte Geschichte jüdischer Selbstermächtigung. „STUTTGART,“ thematisiert sie, aber auch das Fortbestehen antisemitischer und rassistischer Gewalt nach 1945.

In verschiedenen künstlerisch-diskursiven Formaten von Summer Schools über Stadtspaziergänge und Workshops bis hin zu Screenings und Publikationen bringt „STUTTGART,“ Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und eine diverse Stadtgesellschaft in einen gemeinsamen Arbeits- und Reflexionsprozess. Ein zentrales Ergebnis war 2025 die Initiative für die Benennung des Shmuel-Dancyger-Platzes.

Daran anschließend untersuchte das Projekt 2026 mit „STUTTGART, 1946“, wie zeitgemäßes Gedenken aussehen kann, wenn es nicht nur symbolisch, sondern als fortlaufender gesellschaftlicher Aushandlungsprozess verstanden wird.

„STUTTGART, “ verbindet künstlerische Forschung mit konkreter Intervention im öffentlichen Raum und entwickelt so neue Formen einer aktiven, gegenwartsbezogenen Erinnerungskultur.

Das lässt sich aus dem Projekt lernen:

  • Erinnerungskultur ist dann besonders wirksam, wenn sie unterschiedliche Expertisen und Öffentlichkeiten mit einbindet und Raum für kritische, gegenwartsbezogene Auseinandersetzung lässt.
     
  • Es ist zentral, unterschiedliche Perspektiven von Expertinnen, von lokalen Akteur*innen bis zu Betroffenen oder Nachkommen, gleichwertig zu berücksichtigen.
     
  • Kombinationen aus Workshops, Spaziergängen, Publikationen und künstlerischen Beiträgen erreichen unterschiedliche Zielgruppen und machen komplexe historische Themen zugänglich.
     

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