Deutsches Fleischermuseum

Döner ist das erfolgreichste fleischhaltige Fast Food der BRD – ein Symbol gelebter deutsch-türkischer Geschichte. Seit 2022 wird er beim Böblinger DönerSonntag gefeiert; Migration, Identität und Teilhabe kommen hier im alltagsnahen Rahmen zusammen.
„Böblinger DönerSonntag – BöDöSo“

Wer?

Deutsches Fleischermuseum

Wer noch? Deutsch-Türkisches Forum Stuttgart e.V.

Wo?

Böblingen

Wie groß?

bis 10

Thema?

Welten verbinden

Förderung

- Stadt Böblingen

Was noch?

www.instagram.com/deutschesfleischermuseum/

Darum geht es hier:

Der Böblinger DönerSonntag (BöDöSO) adressiert zentrale gesellschaftliche Fragen von Repräsentation, Teilhabe und Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft. Ein wesentliches Prinzip des Projekts ist es, dass deutsch-türkische Perspektiven selbst sichtbar werden und Menschen ihre eigenen Geschichten erzählen.

Damit setzt der BöDöSO einen bewussten Kontrapunkt zu Formaten, in denen häufig über statt mit migrantischen Communities gesprochen wird. Gleichzeitig verschiebt das Projekt kulturelle Erwartungen: Mit dem Deutschen Fleischermuseum als Veranstaltungsort wird ein vermeintlich „traditionell deutscher“ Raum geöffnet und neu kontextualisiert. Themen wie Migration, Identität und Alltagskultur finden hier selbstverständlich Platz und erreichen ein Publikum, das diese Inhalte an diesem Ort nicht zwingend erwarten würde. Das Museum wird damit zum „Dritten Ort“ für Begegnung und Dialog.

Am Anfang stand 2022 die von Bühnenbildnerin Mai Gogishvili entwickelte „Döner-Installation“ rund um eine historische Metzgertheke in der Dauerausstellung des Museums. Diese und die Eröffnungsveranstaltung erwiesen sich als so beliebt, dass in den Folgejahren immer neue Formate dazukamen, mit Gästen wie Autor Feridun Zaimoglu, Schauspieler, Moderator und Autor Aydın Işık oder Radiomoderator Kemal Goga.

Die jährliche Veranstaltung hat mittlerweile die Mauern des Museums gesprengt und sich auf den Böblinger Marktplatz ausgeweitet. Das fünfjährige Jubiläum feiert der BöDöSo 2026 2026 mit einer Weiterentwicklung zu der unter anderem eine Comic-Ausstellung der Gruppe „Moga Mobo“ zur türkischen Arbeitsmigration gehört.

Das lässt sich aus dem Projekt lernen:

  • Der Böblinger DönerSonntag zeigt, wie wichtig niedrigschwellige, offene und auch bewusst „unkomplizierte“ Formate für Museen sind.
     
  • Für die Praxis hat sich gezeigt, dass sinnlich erfahrbare Elemente insbesondere Essen – eine wichtige Rolle spielen. Kulinarik wirkt als „Icebreaker“, schafft Zugänge und verbindet Inhalte mit Erlebnissen.
     
  • Der BöDöSO zeigt: Museum darf und muss auch Spaß machen – und genau darin liegt seine Stärke.

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