Black Forest Voices

Ein internationales A-cappella-Festival im Schwarzwald erprobt mit einem neu gegründeten Regionalbeirat, wie Kultur gemeinsam mit der Bevölkerung gestaltet werden kann. So entstehen Formen der Mitgestaltung, die über klassische Beteiligung hinausgehen.
Regionalbeirat

Wer?

Black Forest Voices

Wo?

Kirchzarten

Wie groß?

bis 10

Thema?

Neue Wege erproben
Förderung

- ZfKT

Was noch?

https://www.instagram.com/blackforestvoices/

Darum geht es hier:

Dorthin, wo die Menschen sind

Ein Festival findet nicht nur in einer Region statt, im besten Fall wächst es auch aus ihr heraus. Das Black Forest Voices Festival in Kirchzarten hat diesen Anspruch ernst genommen und daraus 2025 mit der Einrichtung eines Regionalbeirats eine strukturelle Konsequenz gezogen.

Das Problem, das er lösen soll, ist kein ungewöhnliches im Kulturbetrieb: Viele Kulturangebote werden für die Gesellschaft gemacht, jedoch selten gemeinsam mit ihr entwickelt. Der Regionalbeirat setzt genau hier an. Er schafft Strukturen, in denen unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden und in Entscheidungsprozesse einfließen.

Der Black Forest Voices Regionalbeirat setzt sich aus Vertreter*innen lokaler Vereine und Chöre, Inklusionsinitiativen, Bildungseinrichtungen und engagierten Bürger*innen zusammen, trifft sich regelmäßig und arbeitet an konkreten Fragen: Wie wird das Festival zugänglicher? Wie nachhaltiger? Wie stärker im Alltag der Region verankert?

 

Das partizipative Prinzip

Das Modell denkt Kulturarbeit von einem einfachen Grundsatz aus: Beteiligung ist keine Kür, sondern Strukturaufgabe. Und es zeigt, dass dieser Satz auch im ländlichen Raum umsetzbar ist.

Die Ideen, die dabei entstehen, werden direkt erprobt. Eine Festivalzeitung, die an alle Haushalte im Dreisamtal verteilt wurde, machte das Festival sichtbarer und verwandelte die Festivalwiese stärker in einen Begegnungsort. Das Mitsingformat „Liedertafel“ wurde generationsübergreifend zum Publikumsmagneten. Ein Coaching für Freiwillige stärkte die Sensibilität für Inklusion und löste konkrete Folgeideen aus.

Das lässt sich aus dem Projekt lernen:

  • Ein partizipatives Gremium funktioniert nicht durch symbolische Einbindung, sondern dadurch, dass Ideen tatsächlich geprüft und umgesetzt werden.
     
  • Es reicht nicht, ein offenes Angebot zu formulieren. Unterschiedliche Gruppen, von Senioreneinrichtungen bis zu Kinder- und Jungendchören, müssen gezielt angesprochen und eingeladen werden.
     
  • Der iterative Ansatz hat sich bewährt: Nicht perfekte Lösungen, sondern kleine, realistische Schritte führen zu kontinuierlicher Verbesserung.

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