Badisches Landesmuseum

Mit Zufallsbürger*innen das Museum der Zukunft gestalten: Das Badische Landesmuseum in Karlsruhe nutzte Umbau und Sanierung als produktive Auszeit und entwickelte im gemeinsamen Prozess Empfehlungen für die künftige Arbeit.
„Museum mitgestalten“

Wer?

Badisches Landesmuseum
Wer noch? Büro für Mitwirkung und Engagement der Stadt Karlsruhe

Wo?

Karlsruhe

Wie groß?

über 50

Thema?

Neue Wege erproben

Förderung

- Land Baden-Württemberg

Was noch?

- digitale Publikation „Museum mitgestalten“

www.instagram.com/badischeslandesmuseum

Darum geht es hier:

Das Haupthaus muss saniert werden: Für viele Museen eine Krisenzeit. Wie diese Phase überbrücken, wie dafür sorgen, dass der Anschluss an die Stadtgesellschaft nicht verloren geht?

Das Badische Landesmuseum wendete die erzwungene Auszeit dagegen ins Positive. Hier war Zeit und Raum für einen Austausch mit der Karlsruher Stadtgesellschaft, bei dem es um fundamentale Fragen ging.

  • Wie soll das Gebäude genutzt werden?
  • Wie können Barrieren gesenkt und Zugänge geschaffen werden?
  • Wie sorgt man dafür, dass Menschen sich gern im Haus aufhalten?
  • Welche Rolle spielt eigentlich die Sammlung des Museums für die Bürger*innen?
  • Und wie soll es als gesellschaftlicher „Player“ in der Stadt Karlsruhe agieren?

Diese Fragen wurden 2023-2025 in einer Reihe moderierter Workshops behandelt.

Das Museum wollte die Bedürfnisse möglichst diverser Gruppen erfahren und die Bürgerschaft schon früh in den Planungsprozess einbeziehen. So wurde nicht nur das Verständnis und die Akzeptanz für die baulichen Maßnahmen gestärkt, auch die Vernetzung des Museums mit der Stadt wurde vertieft.

Neben Multiplikator*innen, Kooperationspartner*innen und interessierten Besucher*innen bestand ein großer Teil der Gruppen daher aus „Zufallsbürger*innen“, die vom städtischen Büro für Mitwirkung und Engagement angeschrieben wurden. Dadurch sollte ein zu starker Fokus auf die „Museums-Bubble“ verhindert und neue Perspektiven einbezogen werden.

Die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit flossen in eine digitale Publikation, die das Museum auf Jahre hinaus mit wertvollen Impulsen für die Weiterentwicklung versorgen wird.

Das lässt sich aus dem Projekt lernen:

  • Partizipative Prozesse erfordern Zeit, Flexibilität und eine klare interne Abstimmung, liefern zugleich aber wertvolle Impulse, die über klassische Beteiligungsformate hinausgehen.
     
  • Besonders gelungen war der ergebnisoffene, dialogische Charakter der Formate, der es ermöglichte, vielfältige Perspektiven zusammenzubringen und einen ehrlichen Austausch auf Augenhöhe zu führen.
     
  • Die Kombination aus externer Moderation und aktiver Beteiligung von Mitarbeitenden hat sich dabei als besonders tragfähig erwiesen.
     
  • Beteiligung sollte man nicht als einmaliges, klar begrenztes Format denken, sondern als fortlaufenden Lernprozess verstehen, der sowohl die Institution als auch die Teilnehmenden verändert und bereichert.

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