Verein gegen Müdigkeit

Kann ein Park verändern, wie eine Stadt zusammenlebt? BELLA PARK verwandelt seit 2023 eine „Problemzone“ in einen Ort der Begegnung. Hier kommen Kunst, Alltag und gesellschaftliche Teilhabe zusammen – und neue Möglichkeiten für Zugehörigkeit entstehen.
„BELLA PARK“

Wer?

Verein gegen Müdigkeit
Wer noch?

Polizei, Sozial-, Ordnungs-, Kultur- und Grünflächenamt, Streetwork und NGOs

Wo?

Heidelberg

Wie groß?

bis 10 (plus rund 25 Ehrenamtliche)

Thema?

Neue Wege erproben

Förderung

- Stadt Heidelberg
- Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen
- Stiftung Mercator / Stiftung Mitarbeit
- Aktion Mensch
- Postcode Lotterie
- BASF Kunst & Kultursponsoring
- Allianz für Bürgerbeteiligung
- ZfKT

Was noch?

https://www.instagram.com/gegenmuedigkeit/

Darum geht es hier:

Zwischen Heidelberger Hauptbahnhof und Innenstadt liegt BELLA PARK – ein Ort, der lange Zeit mit Kriminalität, Menschen aus der Straßenszene und sozialer Ausgrenzung verbunden war. Statt mit Ausschluss oder verstärkter Kontrolle auf diese Situation zu reagieren, fragte der Verein gegen Müdigkeit:

Was wäre, wenn der Park zu einem Ort würde, an dem Menschen wirklich gerne Zeit miteinander verbringen?

Gesellschaftskiosk

Herzstück des Projekts ist der Gesellschaftskiosk – ein offenes Wohnzimmer der Nachbarschaft. Es gibt keinen Konsumzwang. Stattdessen finden Besucher*innen gemeinsame Mahlzeiten, Spiele, Konzerte, Workshops, Ausstellungen und vor allem die Möglichkeit, Menschen zu begegnen, denen sie sonst vielleicht nie begegnet wären. Familien, Pendler*innen, obdachlose Menschen, Geflüchtete, langjährige Anwohner*innen und Passant*innen nutzen denselben Raum – nicht als getrennte Zielgruppen, sondern als Nachbar*innen, die einen gemeinsamen öffentlichen Raum teilen.

Vertrauen schaffen

Programmgestaltung, Gartenarbeit, Pflege und Entscheidungsprozesse werden gemeinsam mit Anwohner*innen, Mitgliedern der Straßenszene, städtischen Ämtern und Kooperationspartnern entwickelt.

Beziehungen entstehen durch kontinuierliche Präsenz statt durch einzelne Veranstaltungen – und schaffen so Vertrauen, das mit der Zeit wachsen kann.

Aus einem einst stigmatisierten Ort wird ein Raum gemeinsamer Verantwortung, in dem künstlerische Praxis Sicherheit, Zugehörigkeit und gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein stärkt.

Mit BELLA PARK wurde der Verein 2023 für die „Parkproduktion“ mit dem 2. Platz des Heidelberger Präventionspreises ausgezeichnet. Die Jury würdigte insbesondere den Beitrag des Projekts zu Dialog, gesellschaftlichem Zusammenhalt und einem sichereren öffentlichen Raum.

BELLA PARK zeigt, dass Kultur öffentlichen Raum nicht nur beleben, sondern grundlegend verändern kann – indem sie die Art und Weise neu gestaltet, wie Menschen ihn gemeinsam nutzen und erleben.

Das lässt sich aus dem Projekt lernen:

  • Nachhaltige Veränderung entsteht nicht durch einzelne Veranstaltungen, sondern durch kontinuierliche Präsenz. Vertrauen wächst erst, wenn ein Ort dauerhaft bespielt und verlässlich „geöffnet” wird.
     
  • Menschen, die öffentliche Räume täglich nutzen – auch diejenigen, die oft als „Problem“ wahrgenommen werden –, sind Expert*innen für diesen Ort. Werden sie in Gestaltungsprozesse einbezogen, entstehen tragfähigere und inklusivere Lösungen.
     
  • Kunst kann als neutrale Vermittlerin wirken. Sie schafft Anlässe, bei denen Nachbar*innen, Verwaltung, Institutionen und Parknutzende miteinander ins Gespräch kommen, ohne dass zunächst Interessengegensätze im Vordergrund stehen.

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